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Unser Schlafkater hat Katzen-AIDS

Blacky mit Haube nach OP

Unser Blacky sieht gerade nicht glücklich aus. Nach seiner bösen Bissverletzung muss er noch eine Weile diese Haube tragen. Dabei weiß er das Schlimmste gar nicht.

FIV- und FeLV-positiv, also Katzen-AIDS und Katzen-Leukämie, sind die beiden Befunde, die man sich für seine felligen Lieblinge nun wirklich nicht wünscht. Jetzt hat es uns zum ersten Mal erwischt: Blacky ist mit dem Katzen-AIDS-Virus (FIV) infiziert.

FIV im Blut entdeckt

Blacky schläft

Blacky wollte mehrere Tage am Stück nur noch schlafen, sonst nichts.

Der Test auf FIV und FeLV wurde im Rahmen der Behandlung von Blackys schwerer Bissverletzung gemacht, die uns das orthodoxe Osterfest in diesem Jahr komplett vermasselt hatte. Da seit Gründonnerstag kein Tierarzt mehr erreichbar war, mussten wir mit unserem kranken Kater, der mehrere Tage weder fressen noch saufen wollte, fast eine Woche allein klarkommen. Dabei hatten wir keine Ahnung, was ihm fehlte. Er war einfach komplett verändert, seit er sich am Donnerstagabend nach zwei Tagen Abwesenheit – völlig ungewöhnlich für ihn – über die Mauer auf unser Grundstück schleppte. Blacky wollte nur noch zu uns in den Arm und schlafen. Im Arm liegt unser „Schlafpüppchen“ sonst zwar auch regelmäßig, doch immer nur kurz. Böse Erinnerungen kamen auf, weil er seinen Schwanz nicht bewegen konnte.
Nun haben wir seit Spottys schrecklichen Unfall Erfahrung in der Pflege kranker Kater und konnten Blacky so über die Zeit bringen. Trotzdem waren wir froh, als wir am Mittwoch nach Ostern endlich zum Tierarzt konnten.

Blacky blieb für Diagnostik und Behandlung in der Tierklinik.

Blacky und Tori

Wenn einer krank ist, halten unsere Tiere zusammen, hier Blacky mit Tori

Gebrochen war nichts, aber die Ärztinnen Myrto und Zoe fanden eine tiefe und zudem infizierte Bisswunde am Schwanzansatz, die wohl von einem großen Hund oder von einem Marder stammte und professionell versorgt werden musste. Der arme Blacky hat über Ostern sicher furchtbar gelitten und hielt sich so tapfer. Jetzt war von Amputation die Rede, sollten sich die Nerven nicht regenerieren. Zum Glück zerschlug sich dieses Thema, als Blacky zu Hause war. So waren Cortison und Neurobion bald nicht mehr nötig. Nur das Antibiotikum wird er noch eine Weile schlucken müssen.

Auch die Wunde verheilte rasant schnell. Nach einer Woche konnte Blacky sein verhasstes „Mützchen“ absetzen und endlich wieder zu seinem Bruder hinaus in den Garten. Eigentlich alles super, wäre da nicht der positive FIV-Befund …

Wie geht es weiter?

Bisher hatten wir von Katzen-AIDS (FIV) und Katzen-Leukämie (FeLV) nur gelesen. Naiv, wie wir sind, dachten wir, dass alle Gefahren mit der Erstimmunisierung der Kitten und den jährlichen Folgeimpfungen gebannt sind. Doch weit gefehlt. Gegen FIV gibt es in der EU gar nichts und eine Impfung gegen FeLV ist nicht der Standard. Blacky hat sie heute erhalten, weil er als FIV-positive Katze anfällig sein kann für viele Erreger, auch diesen. In 15 Tagen folgt der Booster. Parallel erhält Blacky eine Zahnbehandlung, weil FIV-positive Katzen im Mundraum Probleme haben. Wir wollen alles tun, damit er trotz positivem Befund ein langes, glückliches Katzenleben führen kann. Noch ist ja nicht gesagt, dass die Krankheit tatsächlich ausbricht. Die unerwartet zügige Heilung der tiefen Wunde, Blackys glänzendes Fell und dass er so schnell wieder an Gewicht zulegen konnte sprechen dafür, dass unser süßer Kater das Virus zwar in sich trägt, weiter aber (noch) nichts passiert ist. Möge das so bleiben …

Inwischen haben wir viel über FIV gelesen, mit Tierschützern und Medizinern gesprochen.

Blacky und Ginger

Blacky und Ginger – wie immer sehr nah

Die Aussagen sind widersprüchlich, vor allem wenn es um die Übertragbarkeit geht. Menschen sind zwar nicht in Gefahr, unsere anderen Katzen sollten sich aber auch nicht infizieren. Zum Glück ist Blacky friedlich, so dass er niemanden böswillig verletzen wird. Kastriert bzw. sterilisiert sind eh‘ alle. Doch eine Inhouse-Haltung oder etwa gesonderte Näpfe für jedes Tier, wie in manchen Quellen gefordert, sind illusorisch. Das läuft bei uns wie in der Kita: Der Teller des Nachbarn ist immer interessanter 🙂

Wichtig wäre es jedoch, Bruder Ginger zum Arzt zu bekommen. Er käme als Quelle von Blackys Infektion infrage. Denn Anfang 2023 – noch als betreuter Streuner – wurde er von einem großen Kater schrecklich überfallen und schwer verletzt. Dabei könnte er sich infiziert und das Virus später weitergegeben haben. Beide Brüder sind sehr eng und immer dicht beieinander. Wir würden also Ginger gern testen und im Fall der Fälle wie Blacky behandeln lassen, bekommen ihn aber nicht in die Box. Vielleicht hilft das Beruhigungsmittel, das ich in der Tierarztpraxis für ihn erhalten habe.

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