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Katzen dominierten völlig unerwartet unser Kreta-Leben 2022

Stammbaum Katzen November 2022

Die Höhen und vor allem Tiefen, die wir in diesem Jahr rund um die süßen Samtpfötchen erleben mussten, reichen für alle Ewigkeit, finden wir. Ein Jahresrückblick.

Je weiter 2022 voranschritt, beanspruchten Katzen unsere Zeit und alles andere musste warten. Hier der Versuch, etwas Ordnung ins Chaos zu bringen 🙂

Darum geht es in diesem Beitrag:

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Erfolgreiches und misslungenes Sterilisieren

Katze im Haus

Die heruntergekommene und halbverhungerte Miezi fanden wir im Juni 2018 auf unserer Terrasse. (Bild) Sie ist heute eine betagte, aber hübsche und gesunde Katze namens Lilly.

Alle Katzen, die um uns herumspringen, stammen von einer einzigen Katzendame ab: Miezi-Lilly. Die hatten wir 2018 halbverhungert auf unserer Terrasse gefunden, aufgepäppelt, zur Ruhe kommen und sterilisieren lassen. Da war sie allerdings schon Mutter und eine ihrer Töchter brachte uns eines Tages ihren Nachwuchs … Okay, wir hätten alle Eindringlinge konsequent verjagen können. Doch dafür fehlt uns das Herz aus Stein …

In uns weckte der Anblick der Kätzchen den Beschützerinstikt. Wir hätten gern auch schon die ersten adoptiert, doch sie wollten Streuner bleiben. Aber sie mochten unser Futter 🙂 Und so wollten wir fütternd das Vertrauen der entzückenden Eindringlinge gewinnen, um der ungebremsten Vermehrung ein Ende zu bereiten.

Pro weibliche Katze kostet das Sterilisieren 80 – 100 EUR, die Jungs sind etwas günstiger. Plus Impfungen, Entwurmung, Flohmittel und sonstige Behandlungen kommt schnell eine stolze Summe zusammen – unser Beitrag für den Tierschutz. In der Vergangenheit waren wir beim Einfangen der kleinen Streuner leider nur mäßig erfolgreich, denn sie sind furchtbar scheu und clever. Auf der anderen Seite waren wir komplett unerfahren und mussten viel lernen.

2022 wollten wir hart durchgreifen und alle potenziellen Streunerkatzenmütter in unserer Umgebung endgültig zum Arzt schaffen. Mit den guten Erfahrungen aus dem Herbst legten wir mit unserer neuen professionellen Lebendfalle los. Am ersten Werktag des neuen Jahres saß dann auch Nicky drin. Doch etliche Stunden und Kilometer später mussten wir sie unverrichteter Dinge wieder freilassen – wir waren vom Pech verfolgt. Nach diesem Erlebnis mied Nicky die Nähe der Falle und unserer Hände. Norbert unternahm noch einen Versuch sie zu greifen. Erfolgreich war er nicht, dafür so zerkratzt und zerbissen, dass eine neue Tetanusimpfung fällig wurde. Danach kauften wir bissfeste lange Tierarzt-Handschuhe 🙂

Honey im Juni 2022

Honey aus Mammy’s 2021er Wurf ist schon seit Ende Januar 2022 safe. Seitdem ist sie um uns, will aber nicht wirklich rein.

Mit Schwester Honey hatten wir Ende Januar, bevor wir ins kalte Deutschland mussten, mehr Glück. Den weiten Weg in die Tierklinik in Kounoupidiana nahmen wir gern auf uns und die 250 EUR für das Rundum-Programm mit Sterilisation, Impfung, Spots, Microchip und Pass plus eine Woche Kost & Logis waren gut investiert. Auch Honey wurde nicht wirklich zahm. Sie war zwar immer in unserer Nähe, achtete aber auf Abstand. Heute früh passierte dann ein Wunder: Honey bat regelrecht um Streicheleinheiten und konnte vom Kuscheln nicht genug bekommen. Bin gespannt, wie das weitergeht.

Über das Jahr gerechnet konnten wir 2022 zehn Katzen zur Sterilisation bzw. Kastration bringen (Stand: 30.11.2022) Vier weitere Streuner folgen in den nächsten Tagen – den Dres Sofia, Sissi und Myrto in Kounoupidiana sei Dank!

Nochmal Honey – Sterilisation Ende Januar:
Neun (!) Föten hatte die kleine Honey im Bauch. Das ließ Böses für ihre Schwestern und kommende Ereignisse ahnen. Aber wir hatten keine Chance mehr, irgendetwas zu verhindern.

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Wir werden Katzeneltern ehrenhalber

Miezen im Körbchen

Olly Ende März 2022 mit Nachwuchs. Vorn von links nach rechts: Mischy, Spotty und Piggy.

Unser liebes Balkonkätzchen Olly – Wurfschwester von Honey – machte uns Anfang März zu Katzeneltern ehrenhalber. Da war sie gerade mal acht Monate alt!

Das bunte Treiben rund um die junge Katzenfamilie weckte in uns ungekannte Glücksgefühle 🙂 Wir hatten so etwas zuvor nie erlebt, waren schwer beeindruckt und gingen in unserer neuen Aufgabe auf. Noch aber war Olly überwiegend zuständig und sie nahm ihre Rolle mit Freude wahr. Sie, die ihre Kindheit überwiegend unter einem parkenden Auto verbracht hatte, lernte mit ihren Kleinen erstmals richtig und frei zu spielen. Das war so schön anzusehen.

Die überaus liebevolle Katzenmama, die uns voll vertraute, das unbeschwerte Aufwachsen der Babys in der sicheren Umgebung unseres Gartens sowie die enge Beziehung zu uns von der ersten Lebensminute an machten aus den wild geborenen Kreta-Kätzchen etwas ganz Besonderes. Wir haben drei der „weißen Tiger“ adoptiert. Mischy, Ms. Piggy und Spotty leben mit uns als Familienmitglieder im Haus – mit Freigang natürlich. Die vierte aus dem Wurf wurde von einem Freund adoptiert. Sie wächst ein paar Orte weiter mit einer gleichaltrigen Maine-Coon-Katze und vielen Hunden auf. Paulis bester Freund ist Hund Berti.

Unser süßes weißen Quartett:
sterilisiert bzw. kastriert, geimpft, entwurmt und stubenrein – okay, bei Kater Spotty klappt es nach dem Unfall noch nicht wieder 100prozentig 🙂 Aber das wird …

Mischy, unsere Prinzessin

Prinzessin Mischy hat natürlich ein Star-Foto. *

Schelm Piggy

Der verschmuste Schelm Ms. Piggy ist sehr sozial.

Spotty-Schmusekater

Schmusekater Spotty sucht meist unsere Nähe.

Pauli mit Hund Bert

Paulichen mit ihrem besten Freund im neuen Zuhause.

Nachtrag:
Glück und Unglück waren hier schon nah beeinander. Denn im Mai verschwand die fünfte im Bunde urplötzlich.

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Unfälle, Krankheit und Tod

Mit Unglücksfällen haben wir zu tun, seit Katzen auf unserem Grundstück leben. Katerles Tod im Sommer 2020 und Mickys Verschwinden im Januar 2021 taten ganz schön weh. 2022 aber kam es richtig dicke. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte schlug das Schicksal erbarmungslos zu und stellte unsere Leidensfähigkeit auf die Probe:

Tiger-Hasenfüßchen (10.03.2022 - 05/2022)

Tiger-Hasenfüßchen

Unser scheues Tiger-Hasenfüßchen Anfang Mai 2022

Ollys süße Tochter war eines Tages einfach nicht mehr da, als wir vom Einkaufen nach Hause kamen. Wir wissen nicht, was passiert war. Zu dieser Zeit machten Raubvögel im Olivenhain Jagd auf Kitten. Auch unser Tierarzt vermutete, dass ein Vogel sie mitgenommen hatte. Andererseits erlebten wir Katerkämpfe rund um unser Haus. Dass die Kater die Kleine gejagt und schwer verletzt hatten und sie nicht mehr nach Hause fand, wäre also auch möglich.
Wir suchten überall und fragten auf den umliegenden Grundstücken. Auch Katzenmama Olly war intensiv auf Suche, aber die Kleine blieb verschwunden.

Spotty (geb. 10.03.2022)

Spotty im Oktober 2022

Spotty im Oktober 2022 bei einem seiner ersten Freigänge – erstmal noch an der Leine

Unser kleiner Spotty überlebte Mitte August einen schweren Unfall. Behandlung und Pflege waren für alle kräftezehrend. Mehrfach bot die Tierärztin in den ersten Tagen an, unser Katerchen einzuschläfern. Wir mussten versichern, dass wir willens und fähig sind, uns viele Wochen in Vollzeit um ein so kranken Tier zu kümmern. Aber Spotty hatte einen solchen Lebenswillen und war so dankbar für unsere Fürsorge! Da wollten wir es versuchen.

Inzwischen ist unser kleiner Kugelblitz wieder fit. Dass er jetzt keinen Schwanz mehr hat, scheint den lebenslustigen Kater beim Toben und Klettern nicht zu behindern. Ich schwitze regelmäßig Blut und Wasser, wenn ich ihn auf dem Treppengeländer herumspringen sehe. Den „Rest“ – die Inkontinenz – bekommen wir auch noch in den Griff. Seit Spotty frei herumlaufen darf, gibt es deutlich weniger Probleme. Er dürfte auch raus in die Natur, das erlauben die nachbarschaftlichen Probleme aktuell aber nicht. Denn wir sind uns nicht sicher, ob Spotty den Knüppel-, Besen- und Steinattacken der britischen Nachbarin auf ihn gewachsen wäre.

Wir danken an dieser Stelle allen, die uns halfen, Spotty wieder gesund zu bekommen:

sowie allen Freunden, Bekannten und Verwandten, die uns bei der Pflege unseres kleinen Katers mit Rat und Tat zur Seite standen. Alleine hätten wir das nicht gepackt.

Mammy (2018 - 06/2022)

Mom pregnant

Mammy im Juni 2021

Mammy, die uns 2019 Katerle, 2020 Micky und Nicky sowie 2022 Olly, Honey, Nanny und Mini gebracht hatte, wurde niemals zutraulich. Das liegt wohl an ihrer Mutter Miezi oder auch Lilly. Letzten Herbst gelang es uns endlich, die Katze mit Hilfe der Falle zur Sterilisation zu bringen. Die Gefahr von weiterem Nachwuchs war somit gebannt. Danach ging es Mammy prächtig. Sie kam regelmäßig zum Futterplatz und schlief den Winter über erstmals nachts auf unserem Balkon – zusammen mit ihren Töchtern Olly und Nicky. Anfassen durften wir sie aber nicht.

Im Frühsommer begann Mammy plötzlich, beim Füttern um meine Gunst zu buhlen. Die Katze, die immer auf Abstand achtete, schlich auf einmal um meine Beine und ließ sich erstmals sogar streicheln. Ihre Augen gefielen mir allerdings gar nicht. Und mein schlechtes Gefühl trügte mich nicht. Während ich noch darüber nachdachte, wie wir den Weg zum Tierarzt bewerkstelligen könnten, kam Mammy plötzlich nicht mehr …

Olly (Juni 2021 - 18.09.2022)

Kätzchen Olli

Olly im Oktober 2021

Die liebe, liebe Olly … Mammy’s Tochter aus dem 2021er Wurf und Mama unserer „weißen Tiger“. Im Juli, als wir nicht auf Kreta waren, wuchs ihr Bauch aus heiterem Himmel unnatürlich schnell. Housesitter und britische Nachbarin gingen von neuem Nachwuchs aus, was ich aber nicht glauben wollte. Als wir zurückkamen, war Ollys Bauch flach und sie kam auch regelmäßig zu ihren Kindern auf unseren Balkon und schmuste mit ihnen. Das passte irgendwie nicht zu neuen Kitten. Unsere britische Nachbarin hingegen berichtete von vermeintlich neuem Nachwuchs im Dorf und beschimpfte uns arg, weil wir das nicht verhindert hätten. Doch dann schwoll Ollys Bauch urplötzlich erneut an.

Olly im Mai 2022

Olly im Mai 2022

Neue Babys hat es definitiv nie gegeben, dafür umso mehr Geschwüre im Bauch. Keine Ahnung, was die Nachbarin gesehen haben will – das Dorf ist voll von Katzen, die aussehen wie Olly. UNSERE Olly verstarb Mitte September. Ich mache mir heute noch Vorwürfe, dass ich nicht nachgehakt hatte. Zum Schluss hatte Olly dieselben seltsamen Augen wir ihre Mutter, kurz bevor sie starb. Da war es schon zu spät. Olly’s Tod macht mir schwer zu schaffen. Wir werden gut auf ihren Nachwuchs aufpassen.

Nicky (Juni 2020 - 28.09.2022)

Nicky-Katze

Nicky, unser selbstbewusstes Plappermäulchen

Käsekätzchen Nicky, Mammy’s 2020 geborene Tochter – immer besonnen und übervorsichtig – lag an einem Morgen Ende September schwerverletzt auf unserer Terrasse unter dem Grill. Diese Stelle hatte ihr schon als Winzling besonders gefallen. Jetzt aber war klar, dass hier etwas nicht stimmt. Eine ganze Woche hatten wir sie schon nicht mehr am Futterplatz gesehen, auch nicht ihre beiden Kitten.

Ich ging auf sie zu und – sie blieb liegen. Auf dem offenen Bruch am Hinterlauf wimmelte es von Fliegen. Die Wunde war also nicht frisch. Unvorstellbar, wie sie den Weg über die Mauer zu uns schaffen konnte. Wir packten die nun vor Schmerzen wild um sich schlagende Nicky in die Transportbox und fuhren zum nächsten Arzt. Stavros konnte jedoch lediglich Schmerzmittel und Antibiotika geben. Wir sollten in die Tierklinik nach Chania, wo wir auch mit unserem Spotty in Behandlung waren.

Dort war von Beinamputation die Rede. Das wäre unkompliziert und Nicky würde damit auch als Streuner im Olivenhain gut klarkommen. Wir willigten in die OP ein und sagten Kostenübernahme und Pflege zu, obwohl wir uns fragten, ob das Procedere mit einer Katze, die uns nicht vertraut, klappen kann. Genaueres würden wir nach den Untersuchungen erfahren.

Nicky wartet auf Käse

Nicky im Januar 2021. Sie wartet auf ihren Käse.

Nach Röntgen und weiteren Tests stand jedoch fest, dass unsere Nicky eingeschläfert werden muss. Denn auch das Becken und der zweite Hinterlauf waren gebrochen, der sogar mehrfach. Durch die Keime in der offenen Wunde hatte sich Nicky eine unheilbare Blutvergiftung zugezogen.
Wir haben sie im Olivenhain beigesetzt und kümmern uns seitdem um das verbliebene ihrer beiden Kitten.

Lilith und Devil

Lilith (rechts) und Devil sind unzertrennlich.

Nickys Kleine heißt jetzt Lilith. Als meine Nichte im Oktober bei uns war, hat sie Namen vergeben 🙂 Lilith ist noch kleinwüchsiger als unsere Piggy, die Tanten Nanny und Mini sowie Uroma Miezi-Lilly, war aber wohl zu diesem Zeitpunkt schon fast 6 Monate alt. Einer ihrer frechen kleinen Cousins, der jetzt passend Devil heißt, ist nun ihr bester Freund. Die beiden sind unzertrennlich. Da waren wir froh, dass es so schnell mit Liliths Sterilisation klappte. Sie ist schon seit Mitte November safe. Von ihrem Liebsten geht aber seit gestern auch keine Gefahr mehr aus.

Ein bisschen viel Pech auf einmal! Das fand selbst die Tierärztin in unserer Klinik in Chania. Sie wünschte uns, dass wir nie wieder mit einer kranken oder verunfallten Katze in der Klinik erscheinen müssen.

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Hilfe, wir sind umgeben von Katzenhassern!

Nannys Katzenbabys

Nanny mit ihrer bunten Fünferbande: Tychi sowie die Kater Blacky, Smoky, Ginger und Devil (v.l.n.r.)

Mitte Juli richtete sich eine weitere Katzenmutter auf dem Dreieranwesen ein: Nanny, wie Olly aus Mammy’s 2021er Wurf, suchte mit ihrem fünfköpfigen Nachwuchs unter dem langzeitparkenden Auto auf dem Feriengrundstück unserer deutschen Nachbarn Schutz vor der Hitze – da, wo sie im Jahr zuvor mit ihrer Mutter war. Zumeist verlassen uns die Streunerkätzchen, wenn sie flügge werden, um ihre eigenen Wege zu gehen. Auch die ungestüme „Zanke-, Haue-, Beiße-Nanny“ kam nur noch manchmal zu uns, seit es Ende März wärmer wurde. Umso mehr überraschten uns die Fotos, die unsere Housesitter nach Berlin schickten, denn eine Schwangerschaft hatten wir nie gesehen. Nannys bunte Bande war allerdings so entsetzlich süß, dass wir die Zusatzkosten für Futter und Tierarzt gern aufbringen wollten.

Das Problem: die deutschen Nachbarn.

Dass der Nachbar Katzen nicht mag, wussten wir. Die Kätzchen mussten deshalb ganz schnell dort weg. Dazu versuchten wir, die frisch eingezogene Familie zu uns zu locken:

  • Wir fütterten die Bande vor unserer Haustür.
  • An mehreren Stellen im Garten stellten wir Katzentoiletten auf, die sofort gut frequentiert waren. Wir wussten schon von unseren weißen Tigern, dass Katzen die Toiletten gut annehmen und dann niemand mehr in den Garten oder anderswohin macht.
  • Mit der britischen Nachbarin, die Haus und Grundstück der Deutschen betreut, besprachen wir, dass wir die Hinterlassenschaften unter dem Auto beseitigen, bevor die Nachbarn für den Urlaub herkommen – als Freundschaftsdienst, so zu sagen. Sie wollte uns informieren, sobald der Ankunftstermin feststeht, und das Tor aufschließen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn die Britin sagte NICHT Bescheid …

Was danach passierte, verstehen wir bis heute nicht.

  • Die deutschen Nachbarn outeten sich als aggressive, unbeherrschte Katzenhasser in einer Selbstherrlichkeit, die Ihresgleichen sucht. Man war gut vorbereitet auf die Katzenabwehr und hatte entsprechendes Equipment aus Deutschland mitgebracht – plus jede Menge dreiste, unsinnige Anschuldigungen und Schuldzuweisungen. Der Gewaltausbruch gegenüber Norbert, den der 20 Jahre jüngere Arzt am Abend seiner Ankunft auf unserem Grundstück hinlegte, war eines Mediziners komplett unwürdig. Zum Glück zeichnete unsere Überwachungskamera das Ereignis auf.
    Diese Übergriffigkeit traf uns so komplett unvorbereitet! Mich machte das Ausmaß des Ganzen einfach sprachlos.
  • Die Britin schien die Deutschen noch übertreffen zu wollen. Noch vor kurzem stand sie regelmäßig am Zaun und fand die Kätzchen sooo süß. Jetzt stieß sie unsere weißen Tiger mit dem Besen von ihrer Gartenmauer in den Olivenhain und traktierte sie mit Steinen. Die Kleinen kannten sie aber nur in lieb … Gott sei Dank lernten sie schnell.
    Die klare Ansage eines Freundes in seinem perfekten Englisch, als er sie in flagranti ertappte, brachte die Frau wieder runter. Seitdem liegt das nachbarschaftliche Verhältnis entgültig auf Eis, aber es gab mit Ausnahme der Knüppelattacke gegen unseren gehandicapten Spotty nur noch vereinzelt böse Aktionen – wenn man von ihren lächerlich-aggressiven Gebährden absieht, falls unsere Katzenmädchen Ms. Piggy und Mischy auf dem Rückweg aus dem Olivenhain nach Hause mal die Abkürzung über ihre Mauer nehmen.
    Das Ganze ist umso seltsamer, weil diese Nachbarin 2020 die von uns zwei Jahre zuvor gerettete und sterilisierte Miezi-Lilly als ihre übernommen und auch diese Streunerkätzchen auf unserem Grundstück über Jahre gefüttert hatte, wenn wir in Berlin waren. Der Wandel ist irrational.

Eigentlich fühlen wir uns wie im falschen Film bei dem Theater wegen quasi nichts!

Was macht man in einer solchen Situation?

Ausgangssperre und Rundum-Aufsicht
Dass unsere weißen Tiger seitdem nur noch unter Aufsicht und zu festgelegten Zeiten aus dem Haus dürfen, versteht sich von selbst. Das ist nicht schön für die Kätzchen und schränkt uns in unserer Bewegungsfreiheit erheblich ein. Zudem schauen wir genau hin, was rund um unser Grundstück passiert, zeigen Präsenz und sind ständig – eindeutig wahrnehmbar – mit der Kamera aufnahmebereit.
Mit den Steunerkätzchen ist es etwas leichter. Sie sind blitzschnell und gehen mit Gefahren sehr viel besser um. Wir passen natürlich auch auf sie gut auf.

Reden, informieren, Aufmerksamkeit erzeugen
Nachdem ich die Sprache endlich wiedergefunden hatte, machte ich das Problem bewusst öffentlich, sprach mit Tierschutzorganisationen, Nachbarn, Behörden …. Soziale Netzwerke sorgten für Reichweite. Wenn möglichst viele bescheid wissen, passiert vielleicht weniger, so der Plan. Vom Tierarzt erhielt ich einen Kontakt zur Polizei mit der Empfehlung, erstmal ein informelles Gespräch zu führen. Auch in der Gemeinde war ich, denn die ist per Gesetz für Streunerkatzen zuständig. Dort zeigte man sich glücklich darüber, dass jemand freiwillig Aufgaben der Gemeinde übernimmt und auch noch sein Geld dafür einsetzt. Den Ärger auf dem Grundstück verstand niemand.

Mauern und Zäune bauen
Wir überlegten anfangs, unseren Teil des Dreiergrundstücks hoch einzuzäunen. Dazu informierte ich mich in den nahen Baumärkten, was man so machen könnte. Die Reaktionen waren überraschend. Wir sollten solche Versuche lassen. Katzen kämen überall hin. Und wem das nicht passt, der solle gefälligst wieder nach Hause fahren. Kretischer Pragmatismus eben.
Da gibt es aber auch diesen anderen kretischen Pragmatismus … Vor allem ich hatte eine entsetzliche Angst vor Gift oder Kugeln. Ich wurde reineweg phobistisch.

Ich könnte jetzt noch vieles mehr schreiben. Aber, um es kurz zu machen: Das Problem hat im neuen Jahr ein Ende, denn wir ziehen um.

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Ausblick 2023

Im neuen Jahr wird alles anders 🙂 Wir haben ein neues, sehr viel schöneres Grundstück gefunden und ziehen 2023 um.

Unsere weißen Tiger kommen natürlich mit. Für sie haben wir bereits detailliert die Eingewöhnung geplant. Wenn sie dann wieder raus dürfen, wird es eine Katzenklappe und weitere Neuerungen geben. Das macht uns allen das Leben einfacher. Vor allem Spotty wird davon profitieren.

Aber auch den Streunern wollen wir gern weiter Kost & Logis auf unserem Grundstück gewähren. Unser Platz ist ideal dafür. Zuvor müssen natürlich alle sterilisiert bzw. kastriert und geimpft werden. Jetzt, da sie soweit sind, haben wir 4 von 8 schon geschafft. Nach Lilith, Devil, Smoky und Blacky fehlen – Stand 01.12.2022 – noch Ginger und Tychi sowie Katzenmama Nanny und ihre Wurfschwester Mini. Mal schauen, wie und ob der Umzug gelingt. Mit Alexandra McQueen und ihrer Mutter Claudia Sommerhalder von McQueen Rescues haben wir uns schon professionelle Hilfe für’s Umsetzen ins sichere Freigehege, das sie in den ersten Wochen bewohnen sollen, organisiert.

Ergänzung am 06.12.2022

Katzenmama Nanny ist gerade beim Tierarzt. Norbert konnte sie gestern früh für die Sterilisation einfangen und ich machte mich wieder auf den langen Weg nach Kounoupidiana ans andere Ende von Chania. Ginger hatten wir auch schon in der Box, aber er konnte sich leider wieder befreien. Bleiben also noch 3 von 8 …

* Ergänzung am 12.12.2022

Zufallsbefund beim Tierarzt: Unsere Mischy ist blind!!! Wir wollten es nicht glauben, schließlich ist Mischy die größte Jägerin ever, klettert auf Bäumen und auf der Pergola herum. Die Ärztinnen Sofia und Myrto wiederholten die Test vor unseren Augen und es gab keinen Zweifel 🙁 Aktuell muss Mischy, bis der Infekt ausgeheilt ist, eh‘ noch im Haus bleiben. Wie wir danach mit ihrem Freigang umgehen, wissen wir noch nicht. Es bleibt spannend bei uns …

* Ergänzung am 26.01.2023

Auch Ginger ist inzwischen kastriert. Die vier kleinen Jungs aus Nannys Wurf (jetzt alle safe) kämpfen inzwischen bei mir um den Titel „Allerliebster Kater“ 🙂
Und weil es so gut lief, schleppten wir gleich noch den großen grauen und ziemlich aggressiven Kater, der hier regelmäßig alle aufmischt, zum Tierarzt. Die Kastration machte ihn aber nur bedingt ruhiger. Nachdem er unseren Ginger eines nachts sehr böse angegangen war, hatte er sich unsere Sympathien verspielt.

Mini – Schwester von Honey und Nanny – sahen wir letztmalig irgendwann vor Weihnachten. Keine Ahnung, was passiert ist.

Fehlt noch Tychy. Nannys buntes Katzenmädchen traut uns aber leider überhaupt nicht und geht auch nicht in die Falle. Wir arbeiten an einer Lösung …

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