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Tierschutz ist wichtig, aber wir alle haben gelitten

Vet Clinic Maleme Stavros Dakalakis
Miss Miezi - Teil 2

Unsere Miezi musste unfruchtbar werden und dazu zum Tierarzt. Zum Glück haben wir mit Stavros Daskalakis einen sehr guten Veterinär in Maleme.

Tierschützer-Plattformen wie tierschutz-ohne-grenzen.de informieren: »Die Kastration ist die einzige Lösungsmöglichkeit, um das Katzenelend zu mildern. Eine Katze bringt normalerweise zwei- bis dreimal im Jahr Junge zur Welt. Das können in einem Katzenleben bis zu 200 Jungkatzen sein.«

Wir sind dieser Meinung gefolgt, denn auch wenn sich das Problem der Streuner-Katzen auf Kreta in den letzten Jahren in unserer Wahrnehmung bessert: Es gibt einfach zu viele streunende Katzen und zu wenig Menschen, die diese Tiere betreuen können.

Nur wie kommt Miezi zum Tierarzt?

Miezi auf der Couch

Miezi macht es sich auf unserer Couch bequem – jetzt sogar im Obergeschoss.

Die süße Streuner-Katze kommt zwar seit Oktober täglich zu uns, um Futter zu holen, schläft inzwischen regelmäßig bei uns und verbringt ganze Tage auf wechselnden Liege- und Sitzmöglichkeiten in unserer Nähe, nur anfassen lässt sie sich immer noch nicht. Ist eine Wildkatze und normal, sagt Stavros – für unser Vorhaben aber sehr schlecht.

Der Doc wusste die Lösung. Wir sollten ihr früh am OP-Tag Schlaftabletten ins Futter mixen, dafür sorgen, dass sie es frisst, und warten bis sie schläft – dabei aufpassen, dass sie das Haus nicht verlässt. Denn eine schlafende Katze im Olivenhain zu finden, dürfte schwer werden.

Gestern war Miezis OP-Termin.

Was sich beim Doc noch so easy anhörte, war es in der Realität eben leider nicht. Und so wäre der Termin fast geplatzt. Die Transportbox stand bereit, das Futter war gemixt – Miezi wollte aber partout nichts fressen. Ich fuhr zum Doc und bat um Rat. Das kann passieren, so der Doc. Ich solle Ruhe bewahren, die Katze würde meine Unruhe merken und sich deshalb vielleicht anders verhalten als gewöhnlich. Für die OP gab er uns noch zwei Stunden Aufschub und vorsorglich schonmal einen Ersatztermin.

In dieser verbleibenden Zeit fraß Miezi, aber so wenig, dass die Pillen nicht richtig wirkten. Wir mussten die Katze also einfangen. Das gelang Norbert schlussendlich, aber was die arme Kleine durchmachen musste, will ich ganz schnell wieder vergessen. Sie hatte Todesangst! Und uns überkam wieder ein extrem schlechtes Gewissen.

Auch für uns war die ganze Aktion Horror pur und ich erinnerte mich wieder sehr genau daran, warum ich niemals Tiere haben wollte … Gut nur, dass der Tierarzt Profi ist! Während Miezi beim Doc war, fuhren wir zurück ins Haus, um das Zimmer sauber zu machen. Der Kampf hatte Spuren hinterlassen …

Pünktlich um halb zwei bekamen wir in der Praxis die Box mit unserer tief schlafenden Mieze zurück. Nach Hinweisen zum Umgang mit dem Kätzchen und dem Begleichen der Rechnung konnten wir nach Hause. Apropos bezahlen: 100 EUR kostete die OP in unserem Fall, wohl sehr viel günstiger als in Deutschland – unser kleiner Beitrag für den Tierschutz.

Spenden für den Tierschutz

Wer auch etwas tun will für den Tierschutz auf Kreta und nicht direkt hier aktiv werden kann: Organisationen wie zum Beispiel Paws in Paleochora oder Takis Shelter in Ierapetra kümmern sich um streunende oder ausgesetzte Tiere. Aber diese Organisationen benötigen Spendengelder, um ihre Arbeit zu finanzieren.

Wie man konkret helfen kann, steht in einem deutschsprachigen Beitrag von Radio Kreta.

Heute ist Miezi wieder auf den Beinen. Schon gestern am Nachmittag war sie wach, allerdings schwer verwirrt, wie bei Katzen üblich. Norbert half ihr zu sich zu kommen, war in ihrer Nähe und sprach beruhigend auf sie ein. Sie sollte in der Box bleiben und erst heute wieder heraus dürfen, sogar schon in die Natur. Es ist schon bemerkenswert, wie schnell das bei Katzen geht.

Ihr Trauma hat sie hoffentlich bald überwunden. Immerhin nimmt sie schon Futter von uns, kommt zum Fressen ins Haus und bleibt im Revier. Wir hatten Sorge, sie würde uns nie wieder ansehen. Stavros meinte, das könne zunächst passieren, aber sie würde wiederkommen – sie will ja fressen 🙂

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