In dieser Woche jährte sich der Überfall auf Kreta zum 85. Mal. Entsprechend umfangreich war das Programm. Sogar royaler Besuch aus UK kam.
Der Überfall Hitlerdeutschlands auf Kreta hat für die Inselbewohner und ihre Verbündeten eine tiefe Bedeutung, Mehr zum historischen Ereignis steht an anderer Stelle im Blog. Der 85. Jahrestag wurde deshalb besonders groß begangen. Immerhin gibt es nicht mehr so viele Überlebende und Zeitzeugen. Für wichtige Programmpunkte war auch die britische Prinzessin Anne mit ihrem Ehemann auf die Insel gekommen.
Insulaner und Verbündete erinnern alljährlich im Mai an den Überfall. Die Zivilbevölkerung beteiligte sich spontan an der Verteidigung ihrer Insel. Als Rache für den erbitterten Widerstand verübte die Wehrmacht zahlreiche Massaker und zerstörte ganze Dörfer, darunter Kandanos, Anogeia, Viannos und auch Kondomari (Kontomari), wo wir auf Kreta leben. Weit über 30.000 Zivilisten wurden exekutiert. Vor dem Hintergrund, dass Kreta eine der brutalsten Besatzungszeiten in Europa erlitt, sind wir immer wieder verwundert, dass man sich als Deutscher auf Kreta überhaupt noch blicken lassen darf. Mehr unter: diablog.eu ›
„Der Verlust ganzer Generationen und die systematische Zerstörung der Lebensgrundlagen führten bei den Kretern zu einem tiefen generationenübergreifenden Trauma. Die Erinnerungskultur ist durch schwarze Kreuze an den Türen der Häuser präsent“, schreibt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ›
Die diesjährige Gedenkwoche war in weiten Teilen den Frauen der Insel gewidmet. Ausstellungen und Dokumentarfilme zu diesem Thema wurden gezeigt. Kissamos News schreibt dazu:
„In der Schlacht um Kreta im Mai 1941 schlossen sich Frauen nicht nur dem Kampf gegen die deutschen Fallschirmjäger an, sie kümmerten sich auch um die Verwundeten, begruben die Toten und versorgten ihre Männer sowie die alliierten Soldaten auf den Schlachtfeldern mit Nahrung und Vorräten. Während der vierjährigen deutschen Besatzungszeit beschützten und kümmerten sich Kretas Frauen um australische, neuseeländische und britische Soldaten ‚auf der Flucht‘ und nahmen an Widerstandsaktivitäten teil. Sie sammelten Geheimdienstinformationen, unterstützten die Kommunikation, trugen Nahrungsmittel, Vorräte und Waffen zu Widerstandskämpfern und griffen manchmal sogar zu den Waffen – all dies, während sie ständig von Hinrichtungen bedroht waren. Gleichzeitig behielten sie ihre traditionelle Rolle bei: Sie zogen Kinder auf, nähten Kleidung, backten Brot, kümmerten sich um Ziegen und Schafe, pflanzten und ernteten – und stellten alles her, was mit den eigenen Händen gefertigt werden kann.“
Flugshows zum Abschluss der Gedenkwoche
Zum Abschluss der Gedenkwoche standen traditionell Flugshows auf dem Programm. Diesmal waren auch die Red Arrows wieder dabei, die wir schon vor fünf Jahren erlebt hatten. Das Kunstflugteam der britischen Luftwaffe Royal Air Force gilt als eine der besten Kunstflugstaffeln weltweit. Mit Blick auf den royalen Besuch fand die Show aber in Chania und nicht in Maleme statt, so dass uns unsere exklusiven Plätze auf unserer Dachterrasse gar nichts nutzten. Uns blieb wieder nur die alljährliche Vorführung der F-16, die wir (und unsere Tiere) so gar nicht mögen.





























