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Medizinischer Notfall

Pathologische Klinik im Krankenhaus Chania

Erfahrungen, die niemand braucht:
Wir waren zum Essen mit Freunden verabredet und landeten in der Notaufnahme. So schnell kanns gehen …

Rettungswagen auf Kreta

Mit dem Rettungswagen in die Klinik

Noch eben meine Streuner füttern und los. Derweil war Norbert mit unserem Hundemädchen unterwegs. Doch er kam am Treffpunkt nicht an. Als ich ihn anrief, antwortete eine Frau. Jemand hatte meinen kollabierten Mann von der Straße aufgelesen und samt Hund ins nahe „Secret Garden“ gebracht. In der Praxis von Dr. Vittorakis stellte die Ärztin Dinge fest, die im Krankenhaus abgeklärt werden mussten.

Und so kam Norbert mit der Ambulanz in die Notaufnahme des Allgemeinen Krankenhauses von Chania. Tori und ich fuhren mit dem Auto hinterher.

Im Allgemeinen Krankenhaus von Chania

General Hospital of Chania

General Hospital of Chania

Die in der Presse vielgescholtene Notaufnahme erwies sich als sehr kompetent. Ja, es war voll, aber das sind Notaufnahmen am Freitagabend in Berlin auch. Nur in Berlin herrscht ein sehr unangenehmer Ton 🙁
Da die, die liegend eingeliefert wurden, Vorrang hatten, wurde in ungewöhnlich kurzer Zeit eine umfangreiche Diagnostik durchgezogen. Das CT brachte letztendlich die Diagnose: atypische Lungenentzündung. Norbert hatte zuvor nichts bemerkt – kein Husten, zuvor auch kein Fieber … Er hatte sich nur immer schwächer gefühlt.

Während Norbert – jetzt schon mit Sauerstoffschlauch, am Tropf und mit Zugang, über den er regelmäßig Infusionen erhielt – im Überwachungsraum auf sein Bett auf der Station wartete, machte ich mich auf den Weg nach Hause. Immerhin war es inzwischen drei Uhr morgens.

Krankenhausbehandlung in Griechenland

Blick aus dem Krankenzimmer

Zimmer mit Meerblick

Von seinem Zweibettzimmer mit Meerblick hatte Norbert natürlich gar nichts, denn es ging ihm zunächst extrem schlecht. Doch die medizinische Versorgung war absolut in Ordnung und so konnte er die Klinik schon nach fünf Tagen unter strengen Auflagen und ausgestattet mit Medizin wieder verlassen. Bezahlen mussten wir nichts. Abgerechnet wird direkt mit der deutschen Krankenkasse.

Ein paar Besonderheiten sollte man jedoch kennen

Ein griechisches Krankenhaus ist für die medizinische Versorgung zuständig, die Familie für die pflegerische Betreuung. Deshalb sind immer Angehörige vor Ort, die diesen Part übernehmen. Blöd, wer keine hat. Hier ein paar Beispiele für die Aufgaben:

  • Das Zimmer inklusive Toiletten wird natürlich gereinigt und auch Essen gibt es, als Patient liegt man aber in seiner eigenen Wäsche und auch das Bett wird nicht gemacht – egal wie krank. Weil Norbert noch keine Nachtwäsche vor Ort hatte, bekam er übergangsweise Wegwerfwäsche.
  • Apropos Essen:
    Was Norbert bekam, war zunächst scheußlich, weil ungewürzt. Er musste wohl nehmen, was eben da war, denn sein Aufenthalt war ungeplant. Aber er hatte eh‘ keinen Hunger. Später wurde das Essen deutlich besser, als wir das aus Deutschland von Krankenhäusern kennen. Sonderwünsche erfüllt die Cafeteria im Foyer – sofern man laufen kann. Oder man schickt seine Angehörigen, die aber eh‘ genug von zuhause mitbringen.
  • Alle Patienten hingen um diese Jahreszeit an einem Hydrierungstropf. Dehydrierung wollte wohl niemand riskieren. Damit sich die Patienten trotzdem bewegen können (so sie dazu in der Lage sind), haben die Ständer Rollen.
  • Die Bettwäsche bestand aus einem Laken zum Draufliegen und einem zum Zudecken. Friert man gegen Morgen, bekommt man eine Rettungsdecke. Dieses Etwas aus Folie ist wenig gemütlich. Ich hatte Norbert deshalb eine Decke von Zuhause mitgebracht.
  • Die Familie hilft auch beim Waschen und beim Toilettengang oder füttert, wenn jemand nicht allein essen kann. Ist der Angehörige relativ hilflos, wird das schnell ein Vollzeitjob.

Ich kam mir richtig schlecht vor, dass ich nur vormittags und gegen Abend für je zwei Stunden bei Norbert sein konnte. Doch mehr gab mein Zeitfond mit den vielen Tieren nicht her. Auch die Parkplatzlage war schwierig. Parkplätze gab es im Übermaß, aber solche im Schatten fehlten. Die brauchte ich aber, weil ich den Hund im Auto hatte.

Wir sind froh, dass es vorbei ist und hoffen, nie wieder ein Krankenhaus zu brauchen, egal wo. Es ist aber gut zu wissen, dass man auf Kreta im Ernstfall kompetente und professionell medizinische Hilfe bekommen kann.

ZU GUTER LETZT:
Ich danke wem auch immer, dass ich Griechisch gelernt habe. Die Ärzte sprechen
Englisch, doch wenn man mal zwischendurch, außer der Reihe eine Info benötigt oder sich durchsetzen muss, ist Grieschisch absolut von Vorteil.

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