Beim Müll läuft vieles anders auf Kreta, als wir das aus Deutschland kennen. Doch wir haben uns schnell an das Neue gewöhnt. Meistens klappt die Entsorgung ja auch.
Den Müll spazieren fahren? Früher, als Touristen, fanden wir es schon seltsam, dass wir unsere Abfalltüten selbst zu den Containern bringen sollten. Die standen nicht eben um die Ecke, sondern irgendwo an einem zentralen Ort im Dorf. Heute wissen wir, dass das ganz normal ist, auch wenn der Weg zum Müllplatz etwas weiter sein kann. Und selbst wenn man das Glück hat, einen Müllcontainer direkt vor der Tür zu haben, heißt das noch lange nicht, dass er leer ist, wenn man ihn braucht.
Die Gemeinde fährt regelmäßige Touren zur Müllentsorgung. Doch wenn ein Container plus Platz drumherum überquillt, brechen die Fahrer die Tour eben ab. Wer danach kommt, hat Pech. Zum Glück können wir alle Container benutzen, die reichlich in der Gemeinde herumstehen, denn die Gebühr zahlen wir nicht für ein Haus oder eine Wohnanlage. Dass Container überquellen wie auf dem Bild oben, kommt hin und wieder vor – etwa wenn die AirBnB-Häuser zu Saisonbeginn oder -ende entrümpeln, bei Bettenwechsel in den Häusern oder bei gelegentlichen Streiks. Auch bei der Auflösung des Roma-Winterquartiers im Ort wird es eng,
Mülltrennung gehört dazu
Vorbei die Zeiten, als wir an einem versteckten Platz am Ortseingang eines bekannten Ferienortes sahen, wie Müll verbrannt wurde. Es stank bestialisch. Inzwischen wird der Müll korrekt entsorgt, zumindest von offiziellen Stellen. Denn illegale Deponien gibt es leider immer noch.
KURIOSES AM RANDE:
Vor mir fuhr ein Kleintransporter, in dem Fall mit ausländischem Kennzeichen. Die Insassen wollten unverkennbar Unrat illegal abladen. Ich blieb dahinter, nicht weil ich kontrollieren wollte, sondern weil ich eh‘ gleich links abbiegen wollte. Im Auto vor mir verstand man mein Verhalten falsch und traute sich plötzlich nicht mehr. Der Fahrer bog jetzt links ab zur nächsten Möglichkeit für illegales Abladen. Weil ich schon wieder dahinter war, fuhr er entnervt die zwei Kilometer weiter zur offiziellen Entsorgung 🙂
Mit der Mülltrennung ist es mancherorts noch schwierig, obwohl alles vorhanden ist. Gleich hinter unserem Wohnort nimmt eine Schrottpresse Metall an, außerdem alte Farben und alles an Geräten, die ausgeschlachtet und dann entsorgt werden müssen. Für Papier, Pappe, Kunststoff, Flaschen und Altkleider stehen gesonderte Behältnisse bereitt. In Chania ist das System weit besser ausgebaut als auf dem Land. Doch umweltbewusste Menschen sammeln zu Hause und fahren dann zu den Containern, die sie brauchen – auch wir. Mit Müll und Abfall herumfahren, ist also ganz normal. Wir fühlen uns so ein bisschen an SERO in der DDR erinnert 🙂





























