Mit dem Ende des Karnevals beginnt heute in Griechenland die 40tägige Fastenzeit vor Ostern. Traditionelle vegane Speisen leiten das Fasten ein. Kali Sarakosti – eine gute Fastenzeit!
Zentrale Speise des heutigen Tages: das Lagana-Brot. Nach meinen Backversuchen in den letzten Jahren wollte ich nun das Original vom örtlichen Bäcker probieren. In der Bäckerei war ich nicht allein … So viele Autos und Leute wie heute sind mir dort nie zuvor aufgefallen. Es gab auch kaum etwas anderes als Lagana – plus lecker aussehende Halvas-Torten. Vor allem das Brot wurde in Mengen für das traditionelle Picknick mit der Familie oder mit Freunden gekauft.
Und was gibts zum Brot?
Hummus, zum Beispiel – das auf dem Bild ist mit roter Bete gemacht, aber auch Taramosalata und Gemüse passen, gern auch Salat aus Schwarzaugenbohnen oder weiße Bohnen in Tomatensauce. Wir selbst hatten sogar schon geröstete Sonnenblumenkerne und eingelegte getrocknete Tomaten püriert und als Aufstrich genutzt. Hauptsache vegan.
Traditionell sind am Sauberen Montag, wie in der Fastenzeit überhaupt, keine tierischen Produkte erlaubt. Also fallen Fleisch, Milchprodukte, Eier und Fisch mit Blut selbstverständlich aus. Verhungern muss trotzdem niemand, denn die griechische Küche ist um einiges vielfältiger, als man in Deutschland meint. Zu den veganen Fastenspeisen gehören Meeresfrüchte, alles aus Hülsenfrüchten und Gemüse sowie Oliven, Nüsse und Mandeln, Halvas und eben das typische Fladenbrot Lagana. Ich mag das Brot ja sehr. Was wohl daran liegt, dass es mich geschmacklich an die legendären Ostbrötchen aus meiner Kindheit und Jugend in der DDR erinnert 🙂
Die Crux mit Olivenöl und Alkohol:
Beides steht im Prinzip auf dem Index. Aber Öl ist vegan, insofern mutet die Erklärung für den Verzicht seltsam an. Olivenöl würde jede Speise aufwerten. Da Fasten aber wehtun muss, darf man es nur an den Wochenenden verwenden, außerdem am 25. März, dem Tag der Verkündigung des Herrn. Ebensolche Regeln gelten für Wein. Hochprozentiges ist in der Fastenzeit nicht erlaubt.
Über den griechischen Karneval

Karnevalsumzug in Kolymbari: Hier der Wagen von Maleme.
Wenn überall im Straßenbild verkleidete Kinder herumlaufen und sogar das Personal in unserem Synka-Supermarkt lustig geschminkt ist, dann ist Karneval. Hellas hinkt 2026 zeitlich eine Woche hinterher. Dass die Feiertage so anders fallen, liegt am julianischen Kalender, dem die orthodoxe Kirche folgt, während Deutschland den gregorianischen nutzt. Der Kalender ist nicht der einzige Unterschied zwischen den Ländern. Es wird auch anders gefeiert – in Griechenland mit Umzügen, die mit den deutschen nicht viel zu tun haben, jeder Menge Maskenbällen, dem Rauch- oder Grilldonnerstag Tsiknopempti mit Fleischgerichten satt und eben dem Kathara Deftera, dem Sauberen Montag. Volltrunkene, anderweitig Zugedröhnte oder andere Entgleisungen konnten wir in zehn Jahren auf Kreta noch nirgendwo ausmachen. Stattdessen ging es überall, wo wir waren, ausgesprochen lustig und familiär zu. Lebensfreude pur also.
Was braucht man für den griechischen Karneval?

Gebraucht werden kreative Ideen und gute Laune sowie Masken, Kostüme, Kopfbedeckungen, Schminke, Musik …für den Sauberen Montag noch Drachen. Und brauchbares Wetter wäre schön für die Umzüge und die Open-Air-Veranstaltungen, vor allem am Sauberen Montag. Leider spielte das Wetter auch in diesem Jahr wieder nicht wirklich mit. Wir hatten reichlich viel Sturm, Regen und Kälte in diesem Februar.
Während wir am Sauberen Montag in der Vergangenheit so manches Mal sogar schon in sommerlicher Kleidung auf der Picknick-Decke sitzen konnten, wären jetzt Winterjacke und Regenbekleidung gefragt gewesen. Nichts für uns! In diesem Jahr war unsere Karnevalsfreude eh‘ getrübt, denn eine Virusgrippe hatte uns böse erwischt. Wir hoffen auf das nächste Jahr und genießen unsere Fastenspeisen heute derweil zuhause.


































