Mauer, Dämmung, Carport, Outdoor-Küche, Wasser- und Elektroarbeiten – unser Projekt hat(te) es in sich. Langsam sind nicht nur wir müde von der Baustelle.
Anfang Juni verwandelte sich unser Grundstück in eine Baustelle. Sechs Wochen später wird immer noch gearbeitet. Die Mauerarbeiten sowie die Wärmedämmung, der Carport und die Elektroarbeiten sind zwar inzwischen erledigt. Bei unserem wichtigstes Anliegen aber – dem Wasserproblem – warten wir weiter auf die versprochene Lösung. Laut Firma fehlt ein elektronisches Gerät, das die Wärmepumpe mit dem ebenfalls georderten neuen Solar-Warmwasserbereiter verbindet. Die Spezialanfertigung dauert und solange müssen wir weiter damit leben, dass im Sommer heißes Wasser aus der Kaltwasserleitung kommt.
Aktuell laufen die Arbeiten zur Instandsetzung der restlichen Fassade unseres Hauses. Die gehörten ursprünglich gar nicht zum Projekt, waren jedoch bitter nötig. Denn unter der optisch intakt wirkenden Farbe gab es massive Probleme, die Bauleiter Giorgos bei der Begehung sofort auffielen. Also wieder alles wegräumen und mit erheblichem Dreck leben – und das alles bei 38 Grad im Schatten 🙁 Warten, bis die Schäden größer werden, war aber auch keine Option.
Was schon geschafft ist
Mauer zum Hang
Gefährliche Steinschläge wie bei dem schlechten Wetter Anfang des Jahres (im Bild oben) wird es künftig nicht mehr geben. Die hässliche Mauer, die unser Vorbesitzer nach einem Hangrutsch vor Jahren nachträglich anstelle der gebrochenen, noch viel unansehnlicheren Rohbetonwand setzen ließ, gehört der Vergangenheit an.
Die neue Mauer ist deutlich höher als vorher, wurde vor allem aber auch breiter und mit Stahl verstärkt. Mir persönlich gefällt sie jetzt auch optisch sehr viel besser, denn dass die Steine auf dem Grundstück nicht aus einem Guss waren, sah man deutlich.
Das vierköpfige Maurer-Team war eingespielt, ungeheuer flink und hochversiert – und eine halbe Woche später auch schon fertig. Steinarbeiten übernehmen hier üblicherweise Albaner, die nach 1990 nach Kreta kamen. Ihre Fertigkeiten begeisterten uns schon bei den Arbeiten an unserem alten Haus.
In der Zusammenarbeit waren die Männer gewohnt unkompliziert. Sie sagten, was sie brauchten und gut. Der Wunsch nach Bier bei der Arbeit verwirrte mich anfangs, auch das Argument des Vorarbeiters, es wäre doch schon nach zwölf. Da Projektleiter Giorgos darin aber kein Problem sah, bekamen sie, was sie wollten.
Thermoisolation der Wetterseiten des Hauses
Der anspruchsvollste und kostenintensivste Teil des Projektes nahm Zeit in Anspruch. Eine gute Woche nach Start der Arbeiten, als ich in Berlin unseren Transport nach Kreta vorbereitete, sah ich dann die ersten Fotos von der gestrichenen Fassade. Doch damit war es noch lange nicht getan, denn der Teufel steckte im Detail:
- „Schießscharten“ kommen nicht infrage
Deshalb hatte ich von vornherein darauf bestanden, dass Fenster und Türen auch unter den neuen Bedingungen eine weiße Umrandung erhalten. Und schon warteten Zusatzkosten, denn dieser Arbeitsschritt war vergessen und damit nicht kalkuliert worden. - Deko verboten
Unser Haus war zuvor üppig mit Pflanzen und Keramik dekoriert. Die Pflanzen am Boden können zurückkehren, für die an der Wand müssen wir eine andere Lösung finden, ebenso für die Keramik. Denn Bohrungen in die Dämmung sind tabu. - Elektroarbeiten
Alle Lampen und Steckdosen an der Fassade mussten für die Dämmung weg. Ein Elektriker sollte sie später erneut installieren. Das dauerte, denn der Elektriker war erst später im Projekt dran und hatte, als er kam, keine Spezialdübel für WDVS bei. Derweil mussten wir lange ohne Außenlicht auf dem Grundstück leben … - Katzenschutzgitter
Auch das Katzengitter zum Schutz unserer felligen Lieblinge musste für die Dämmarbeiten weichen. Es durfte erst nach Durchtrocknung der Fassade zurück. Da die Fensteröffnung nun aber kleiner war, passte es nicht mehr. Unser Solohandwerker, der das Gitter seinerzeit gebaut hatte, brachte die Sache in Ordnung, so dass wir unser Fenster nun wieder öffnen und unsere „Mäuse“ ihren Ausguck genießen konnten. - Rollofläche
An unserer östlichen Fassade befindet sich ein großflächiges Rollo, das für Wind- und Regenschutz sorgt. Dass es nach den Dämmarbeiten wieder an den alten Platz kommt, war vereinbart. Wir warteten lange, ehe das teure Stück montiert war.
Die Kompetenz des Teams, das die Dämmarbeiten inklusive Farbe ausführte, steht außer Frage. Ruhig und gewissenhaft arbeiteten sich die Handwerker durch das Projekt. Die Zusammenarbeit fanden wir weniger prickelnd. „Etwas“ mehr Kommunikation beim Kommen und Gehen hätte geholfen. Ordnung auch, denn die Überreste der Arbeit mit dem Dämm-Material „zieren“ weiter unseren Garten. Die Beseitigung ist extrem aufwändig.
Auch bei den Arbeiten am „Rest“ unserer Fassade jetzt würden wir uns mehr Ordnung wünschen. Mit unseren Tieren können wir Farbeimer bzw. solche zum Abspülen von Pinseln, die über Nacht offen herumstehenden, nicht brauchen. Auch verdünnte Farbreste in meinen Blumenrabatten mag ich nicht. Vorherige Dienstleister hatten uns da ziemlich verwöhnt. Wir warten sehnsüchtig auf das Ende der Arbeiten.
Carport
Luxusprobleme: Seit wir das Berliner Auto auf Kreta haben, brauchten wir einen zweiten überdachten Stellplatz. Giorgos fand eine Lösung, die ihren Zweck erfüllt, keine Baugenehmigung braucht und sich außerdem auch noch gut ins Umfeld einfügt. Still vor sich hin fertigte ein junger Handwerker die Sonderanfertigung aus Aluminium. Er schnitt das Aluminium, verschweißte es und baute es auf. Bevor das Gewebe aufgezogen wurde, sorgte das Maler-Team für die Farbe. Leider benutzt unsere Lucy den Carport nun als Bett. Aber Lucy ist zum Glück leicht.
Zudem baute der Handwerker in Maßarbeit eine schützende Box für die Elektrozähler, die an der Hauswand angebracht sind.
Die Außenküche ist gecancelt
Nicht wirklich, aber dieser Teil gehört aus Preisgründen nicht mehr zum Projekt.
Was war passiert? Das Angebot, das die Grundlage für die Beauftragung darstellte, nannte einen Betrag x als vorläufige Größe für die Küche. Dann kam die Architektin, um meine Wünsche aufzunehmen und die verfügbare Fläche zu vermessen. Ihr Entwurf war jedoch 0815 und von meinem Geschmack – und unserem Gespräch – ganz weit weg war. Den zweiten Entwurf auf der Basis meiner Zuarbeit konnte ich bestätigen. Doch jetzt gab es preisliche Differenzen. Ich hatte verstanden, dass eine Ausführung in Holz preiswerter wäre als eine in Stein. Doch weit gefehlt: Der nun aufgerufene Preis war gegenüber dem ursprüngliche genannten dreimal so hoch! Ich fand ihn unseriös und cancelte die Küche, folgte aber dem Rat von Projektleiter Giorgos, zumindest Wasser- und Elektroanschlüsse legen zu lassen – für alle Fälle.
Die Anschlüsse brauchen wir tatsächlich bald, denn unser Solohandwerker wird Pergola und Küche nun bauen. Seine Referenzprojekte sprechen für sich.
Herausfordernde Bedingungen
Wer im Sommer baut, muss mit der griechischen Hitze rechnen. Andererseits ist der Sommer die perfekte Jahreszeit, weil es nicht regnet und alles gut durchtrocknen kann. Aber wir bewundern die Handwerker, die bei um die 35 Grad ihren Job machen, während wir im Innenraum vor uns hin dämmern und selbst das Atmen schwer fällt 🙂 Während der Hitzewelle mit um die 40 Grad verstanden wir deshalb sehr gut, dass verkürzt gearbeitet wurde, auch wenn das das Projekt in die Länge zieht.
Zum Dienstleister
Die Entscheidung, Epsilon Properties mit diesem großen Projekt zu beauftragen, war richtig. Wir bedauern zwar immer noch, dass Kyriakos Koutsogiannakis nicht mehr zur Verfügung steht, denn da wäre manches leichter gewesen – vermuten wir. Doch verstecken muss sich Epsilon Properties nicht. Es gab dies und jenes, schlussendlich aber hat (fast) alles geklappt. Auch wichtig: Bei Konflikten oder Problemen konnten wir sachlich miteinander reden und so auch Missverständnisse ausräumen.
Mehr zur Firma nach Abschluss des Projekts.





































