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Quark fehlt im kretischen Kühlregal!

Quark aus Joghurt

Quark konnte ich im kretischen Supermarkt noch nicht entdecken. Wir lieben ihn als Brotaufstrich und brauchen ihn zum Backen. Experimentieren war angesagt …

Kuchen mit Quark aus Mizithra

Quarkkuchen aus Mizithra schmeckt fast wie gewohnt, aber eben nur fast.

Cottage cheese und Frischkäse sind für mich kein Ersatz für Quark, weder als Aufstrich für’s Brot noch zum Backen. Die schmackhaften kretischen Milchprodukte aus Schafs- oder Ziegenmilch – Myzithra als cremiger Quark oder Schichtkäse mit recht hohem Fettanteil sowie Anthotiro mit weniger Fett und softer im Geschmack  – sind wirklich sehr gut, aber eben kein Quark, wie wir ihn kennen. Ich konnte damit backen und das Ergebnis war akzeptabel, wenn auch anders als erwartet.

Griechischer Joghurt als Lösung?

Freunde und auch das Netz rieten zu griechischem Joghurt. Der erschien mir etwas zu weich für meine Backwerke. Noch bevor ich ausprobieren konnte, ob Joghurt wirklich Quark im Kuchen ersetzen kann, war wieder Weihnachten. Unterm Tannenbaum lag ein Starter-Set zum Käse selber machen. Im beiliegenden Rezeptheft stieß ich auf Quark, der aus Naturjoghurt bereitet wird. Den Naturjoghurt gegen echten zehnprozentigen griechischen Joghurt zu ersetzen war ein logischer Schritt. Das Ergebnis überzeugte!

Und so wird aus Joghurt so etwas wie Quark

  1. Auf einen Behälter zum Auffangen der abtropfenden Flüssigkeit (kleine Glasschale, leerer Joghurtbecher etc.) ein passendes Haarsieb legen. Ich verzichte auf das empfohlene Tuch.
  2. Zehnprozentigen griechischen Joghurt in beliebiger Menge in das Sieb füllen.
  3. Das Ganze mit Frischhalltefolie abdecken und über Nacht (zum Backen gern auch etwas länger, damit die Masse fester wird) in den Kühlschrank stellen.
Quark aus Joghurt

Oben Quarkmasse, unten die abgetropfte Flüssigkeit

Das fertige Produkt im Haarsieb lässt sich zum Backen sowie – angemacht – als herzhafter Quarkaufstrich oder süße Quarkspeise einsetzen. Die abgetropfte Flüssigkeit entsorgen.

Unseren Brotaufstrich mögen wir übrigens am liebsten mit viel Zwiebeln und – wenig griechisch – kaltgepresstem Leinöl. Das schlesische Rezept meiner Oma – ein ehemaliges als Arme-Leute-Essen – hat eine lange Familientradition und zur guten Gesundheit meiner Großeltern beigetragen. Sie aßen diese Art Quark aus Überzeugung ständig.
Leinöl gibt es auf Kreta natürlich nicht. Sobald mein im Herbst mitgebrachter Vorrat aufgebraucht ist, kommt dann eben Olivenöl zum Einsatz. Das schmeckt selbstverständlich auch.

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