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Bergamotte: Die Zitrusfrucht aus dem Süden

Bergamotte

Die Bergamotte, oder griechisch: περγαμοντο, gewinnt bestimmt keinen Schönheitspreis. Wir sind inzwischen aber große Fans der schrumpeligen Zitrusfrucht.

Unsere Lieblings-Strandtaverne in Maleme servierte Löffelsüßes als Nachtisch vom Haus. Ich erwartete eine der üblicherweise extrem süßen Speisen, die ich vor allem abends gern an Norbert weiterreiche, und wurde angenehm überrascht. Der Geschmack war besonders, der Duft auch. Irgendwie erinnerte er mich an Earl Grey. Das ist auch kein Wunder, denn Bergamottöl ist Aroma-Zusatz für den Tee, der wiederum die Bergamotte weltberühmt gemacht hat.

Die Bergamotte kann man überall auf Kreta kaufen

Gespannt recherchierte ich im Internet:
Die Bergamotte ist eine Kreuzung zwischen verschiedenen Zitrusfrüchten. Die Zitrusfrucht eignet sich nicht für den rohen Verzehr. Zubereitet werden der Bergamottte positive Wirkungen auf das Stressempfinden, die Blutfettwerte, die Leber, Schmerzen sowie Entzündungen zugeschrieben.

Ein paar Tage später entdeckte ich die schrumpeligen grünen Früchte dann im örtlichen Supermarkt und griff zu. Mein erster Versuch der Verarbeitung – eine Konfitüre – schmeckte uns ausgezeichnet. Kleingeschnittene Früchte, Zitronensaft, Zucker und Wasser – fertig.

Inzwischen habe ich Nachschub vom Markt besorgt und verarbeitet. Schließlich sollen auch die Kinder in Deutschland davon probieren. Der Preis, der auf dem Foto oben angegeben ist, gilt übrigens für das Kilo, nicht das Stück. Die Früchte sind also auch noch extrem preiswert.

Bitterstoffe für die Gesundheit

Antimikrobielle Eigenschaften, Hilfe bei Magen-Darm-Problemen, Entgiftung und sogar Unterstützung bei der Fettverbrennung – die Liste der zugeschriebenen positiven Eigenschaften ist lang. Die Fettverbrennung soll möglich sein, weil die Bitterstoffe der Bergamotte die Gallen- und Leberfunktion ankurbeln.

Es lohnt also, die Bergamotte auszuprobieren, weil sie gut schmeckt und auch noch gesund ist. Nach dem Studium von diversen Rezeptempfehlungen, entschied ich mich, keine Experimente zu machen, sondern mein Rezept für Bitterorangen-Marmelade zu adaptieren:

  1. Unbehandelte Bergamotten im Ganzen unter heißem Wasser gründlich waschen.
  2. Die Bergamotten im Ganzen in einen Topf mit Wasser füllen, Deckel drauf und max. acht Minuten bei geringer Hitze kochen. Dann das Wasser wegschütten und den Vorgang wiederholen, bis die Schale sich weich anfühlt. (Sollte die Schale eh‘ weich sein, kann man sich das sparen.)
  3. Die äußere Schale der abgekühlten Früchte fein abschälen, kleinschneiden und beiseite stellen.
  4. Früchte teilen, Kerne entfernen
  5. Fruchtfleisch grob zerteilen – Saft dabei auffangen – und in einen Topf füllen
  6. Schale in sehr feine Streifen schneiden und in den Topf geben.
  7. Zitronensaft hinzufügen. Ich habe drei Zitronen auf drei Bergamotten verwendet.
  8. Zucker nach Geschmack zugeben. Bei mir waren es etwa 300 g Kastanienzucker in Raw-Qualität für 3 Bergamotten. Kastanienzucker süßt stark. Bei Bedarf später nachsüßen.
  9. Etwa eine Stunde leicht sprudelnd kochen. Dabei regelmäßig umrühren. (Ich hatte den Topf nicht abgedeckt.)
  10. Vor dem Einfüllen in vorbereitete Gläser die Früchte im Topf ggf. nochmals etwas zerkleinern und Gläser gut verschließen.
    Beim zweiten Versuch hatte ich die Früchte vor dem Einfüllen mit dem Stabmixer für eine Art grobes Mus püriert, dann nochmals aufkochen lassen und eingefüllt. Auch das klappte.

Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Aber Achtung:
Wer ein Problem mit dem leicht bitteren Geschmack hat, sollte die Finger von der Bergamotte lassen. Genau den mögen wir aber sehr.
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