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Oleander satt um uns herum

Oleander am Straßenrand

Giftig bis in die Wurzeln, aber wunderschön: Der üppig blühende Oleander steht für mediterranes Urlaubsfeeling schlechthin.

Die Blütenpracht des Oleanders wollten wir uns schon Anfang der 2000er Jahre nach Hause holen, als wir nach unserem Urlaub am Mittelmeer in Berlin eine gemeinsame Wohnung bezogen. Fortan schmückte ein Oleanderkübel unsere Dachterrasse, der allerdings schnell zum Sorgenkind mutierte. Denn die immergrüne Pflanze aus dem Mittelmeerraum fühlt sich dort überhaupt nicht wohl. Zu viel oder zu wenig Regen, Hagelkörner, zu viel Wind, zu wenig Sonne … irgendetwas war immer. Das Berliner Klima passte einfach nicht.

In Griechenland steht Oleander an Autobahnen, auf den Mittelstreifen zugiger mehrspuriger Ausfallstraßen in großen Städten und an sonstigen Stellen, die laut deutschen Gartenratgebern als Standort völlig ungeeignet sind. Gepflegt werden die Pflanzen nie. Viel Sonne haben sie im Sommer natürlich, aber kaum Wasser. Niemals sahen wir, dass jemand wässert, und Regen fällt im Sommer nicht – von wegen bis zu dreimal am Tag gießen, wie deutsche Gartenexperten raten. Dafür bekommen die Pflanzen reichlich Abgase statt qualitativ hochwertigem Dünger ab.

In unserem neuen Zuhause gedeiht Oleander überall

Oleander zur Hangbefestigung

Oleander als Hangbefestigung auf unserem Grundstück. In Kürze wird alles blühen – und kaum gegossen werden.

Hier auf Kreta wächst der Oleander quasi wild. Da sieht man wieder, was die natürliche Umgebung ausmacht. Dass Oleander giftig ist, spielt keine Rolle. Die Tierwelt muss es in den Genen haben, dass Oleander tabu ist.

Der Oleander säht sich sogar selber aus:

Wir fanden Jungpflanzen an den unmöglichsten Stellen rund ums Haus: in einem Topf zwischen anderen Blumen oder einfach so in einem verlassenen Blumentöpfchen. Bei unserem Nachbarn kam ein Keimling aus einer Mauerspalte. Gerade bin ich dabei, die Pflänzchen zu sammeln, damit sie große prächtige Stauden werden können. Etwas Platz haben wir ja noch 🙂

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