Chania Venezianischer Hafen Kreta
3
Aug
2015
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Schlüssel zum Kreta-Haus

Finally Cretans :-)

Um 13:19 Uhr fotografiert mich Norbert mit dem Hausschlüssel in der Hand. Sogar das Namensschild hat die Maklerin schnell noch gewechselt, ehe sie ihn mir überreicht hat. Bei fast 40 Grad Celsius ist es aber definitiv zu warm, um anzustoßen. Wir vertagen das auf abends.

Der heutige Montag hatte früh begonnen:

06:00 Uhr
Aufstehen, stadtfein machen, Fahrt nach Chania – öffentlich. Die Parkplatzsituation ist uns zu unsicher. Das Bad im Pool und Frühstück gibt’s heute nicht. Urlaub sieht anders aus 🙂

07:45 Uhr
Treffen beim Bauingenieur, der uns sein Gutachten erklärt und mit Rechtsanwalt Yiannis nochmals alle Baupläne für den Kaufvertrag abgleicht.

08:26 Uhr
Anstehen im Steueramt gleich um die Ecke. Nach einigen Diskussionen – ohne Yiannis und Maklerin Elizabeth wären wir komplett hilflos – sind die Anträge umgeschrieben (die Eheurkunde fehlt), wir haben die Steuernummern (A. F. M.) und alle erforderlichen Stempel. Jetzt sind wir griechische Steuerbürger. Und wir werden unseren Pflichten selbstverständlich ordentlich nachkommen. Bis demnächst habe ich dann auch die neuen Vokabeln in Amtsgriechisch drauf.

11:00 Uhr
Mit Elizabeth warten wir bei der Notarin auf Yiannis, der zwischenzeitlich von seinem (!) Konto unsere Grunderwerbssteuer zahlt und sich die Zahlungen in der Bank formal per Stempel und Unterschrift bestätigen lässt. Der Beleg ist zwingend für den Vertrag, das läuft komplett anders als in Deutschland. Ohne die Hilfe von Yiannis wären wir gescheitert, denn ein griechisches Konto haben wir aus gutem Grund noch nicht. Braucht man aber für den Verkehr mit Ämtern.
Stoplerstein: Bei der griechischen Steuererklärung im nächsten Jahr sind wir verpflichtet nachzuweisen, dass wir vier Prozent des Kaufpreises nach Griechenland gebracht haben. Das heisst aufpassen beim Verwendungszweck auf den Überweisungsbelegen!

12:15 Uhr
Yiannis ist da und es geht los – zunächst mit dem Kopieren der Steuer- und Zahlungsbelege per Handy durch alle. Später verstehen wir, dass das sehr praktisch so ist.

12:30 Uhr
Die Beurkundung startet: Die Notarin verliest den auf Griechisch verfassten Vertrag und notiert alle Änderungswünsche. Gut, dass wir den Kaufvertrag gestern zusammen durchgegangen sind. Da Yiannis als Anwalt aufpassen muss, wird das mit der Dolmetscherrolle schwierig. Elizabeth übersetzt derweil immer mal wieder ins Englische, aber merkwürdigerweise kann ich der Notarin sogar Griechisch folgen. Zumindest weiß ich immer genau, an welcher Stelle sie gerade ist. Und bei Zahlen sehe ich ja eh’ durch 🙂
Etwas sonderbar: Ich werde hier immer und überall mit meinem Mädchennamen erfasst, den ich vor nahezu 40 Jahren abgelegt hatte.
Pünktlich zum finalen Akt betritt der Bevollmächtigte des Verkäufers den Raum. Alle Unterschriften werden geleistet – auch anders als in Deutschland – jede Seite und jede am Rand vermerkte Änderung muss abgezeichnet werden. Das dauert …

13:45 Uhr
Ich sitze mit meinem Rechner am Schreibtisch der Notarin, überweise den Kaufpreis im Beisein des Bevollmächtigten nach UK und leite den Zahlungsbeleg per E-Mail sofort an ihn weiter. Er vermeldet daraufhin telefonisch in Kent: Verkauft!
Und natürlich überweise ich Yiannis umgehend das verauslagte Geld – mit einem vereinbarten Buchungstext, um ihn und uns steuerlich abzusichern.
Es folgen letzte Vereinbarungen dazu, wie es jetzt mit den Papieren weitergehen soll und welche Zahlungen wie von uns zu leisten sind.

14:30 Uhr
Es ist vollbracht! Wir sitzen beim Mittag in der Altstadt von Chania und ich gebe zu, ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Die Freudentränen kullern.

Für den Abend sind wir mit Yiannis und seiner Familie im venezianischen Hafen zum Bummeln und Essen verabredet. Es wird ein sehr schöner Abend.

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